Karl May und Willy Einsle

Willy Einsle, Jg 1887, und Karl May hatten miteinander einen Briefwechsel. In diesem vertraut der münchner Gymnasiast ab 1902 Karl May seine Sorgen und Gedanken an. Der Briefwechsel ist eine spannende Dokumentation der Entwicklung eines heranwachsenden Jungen mit seinen Herausforderungen und die Briefe zeigen wie liebevoll und verständnisvoll Karl May auf den Jungen eingeht.

Durch die Berichte und Fragen von Willy Einsle erfährt der Leser einiges über den Umgang mit Karl Mays religiöser Haltung und Karl May gibt auch direkt Antwort auf die Fragen nach dem Mystizismus und Spiritismus, der Frage nach der Konfession und der dogmatischen Wahrheit (-> Brief vom 23.3.1905 und vom 12.8.1905).

Natürlich kommt das Thema Lebensschulung nicht zu kurz: Wie geht das denn, Edelmensch? (-> Brief von Karl May am 10.1.1906)

„Mays Persönlichkeit und seine Briefe machen, wenn er sich offen geben darf, noch grösseren Eindruck als seine Bücher, und das will doch gewiss viel sagen.“ Dittrich, in: MzKMF, Bd 16, 32.

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Landkarten zu Karl Mays Erzählungen

Landkarte, 60 Allah il allah

Auf dem hinteren Buchdeckel der „KARL MAY TASCHENBÜCHER im Verlag Carl Ueberreuter“ hat es jeweils eine Landkarte zu den Handlungsorten der Erzählung. Diese Karten sammle ich hier.

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Das Waldröschen – Drei verschiedene Textvarianten

Hier ist ein Auszug aus: Wolfgang Hermesmeier, Stefan Schmatz, Entstehung und Ausbau der Gesammelten Werke. Eine Erfolgsgeschichte seit 110 Jahren, in: Der geschliffene Diamant, Bamberg 2003, 434-436. Die Bilder sind aus dem Internet.

Waldroeschen_1„Von 1882—1884 erschien im Dresdner Münchmeyer- Verlag Mays erster großer Kolportageroman Das Waldröschen oder Die Rächerjagd rund um die Erde“, Der kriminalistische und zeitgeschichtliche Elemente enthaltende Roman quoll über vor bunten Abenteu­ern und erhob im Untertitel obendrein den Anspruch darauf, die Geheimnisse der menschlichen Gesellschaft enthüllen zu wollen. Das literarische Niveau des Wald­röschens ist dabei insgesamt äußerst dürftig. Jedes der 109 Hefte umfasste 24 Seiten, die May pro Woche abliefern musste. Aufgrund des Zeitdrucks, dem der Autor ausgesetzt war, schwankte die Qualität stark und zeilenschindende Dialoge füllten so manche Manu­skriptseite und gleichzeitig Mays schöpferische Pau­sen. Weiterlesen „Das Waldröschen – Drei verschiedene Textvarianten“

Unsittliche oder erotische Stellen bei Karl May?

Karl May hat sich immer vehement dagegen gewehrt, dass er in den Kolportageromanen unsittliche Szenen beschrieben habe und er hat behauptet, dass die Redakteure bei den Zeitschriften das so hineingeschrieben hätten. Das kann stimmen: „Die später monierten „unsittlichen“ Stellen können daher durchaus von dritter Hand hineingebracht worden sein.“ -> Karl May Wiki. Karl May bezeichnete diese Texte als Fälschungen und er erkämpfte vor Gericht, dass die Romane nicht mehr unter seinem Namen gedruckt werden durften.

Was sind denn das aber für „unsittliche“ Stellen? Ich habe hier aus dem Roman Waldröschen drei Beispiele ausgesucht. Da diese Stellen sich zum Teil über mehrere Seiten erstrecken, gebe ich hier nur kurze Auszüge und dafür den Verweis auf die Onlinetexte.

Grundsätzlich gibt es von diesem Roman drei Versionen: Die unten aufgeführten Stellen finden sich nur in der ältesten, der Münchmeyer-Version. Deshalb fehlen die zitierten Passagen in den Bearbeitungen des Karl May Verlages (in diesem Fall ist das der Band 53 der Gesammelten Werke: Benito Juarez).

Hier habe ich eine der Szenen in den verschiedenen Fassungen verglichen: Vergleich Munchmeyer, Fischer und Gesammelte Werke.

Mehr zur Textgeschichte der Karl May Texte findet sich hier: Textgeschichte.

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Sascha Schneider, Bilder zu Karl Mays gesammelten Werken

Lange hatte ich keinen rechten Zugang zu den Bildern von Sascha Schneider. loewe3Sie haben mir schlicht nicht gefallen. Zum einen war für mich da zuviel nackte Haut. Inzwischen ist mir klar, dass aus der Sicht Karl Mays diese Nacktheit das Symbol für die Menschlichkeit ist. Mensch sein. Inzwischen finde es auch niedlich von Sascha Schneider, dass er – im Gegensatz zu anderen Bildern – hier darauf verzichtet hat, die Geschlechtsteile zu malen… was aber auch wieder zu seltsamen Bildern führt. Zum anderen gefielen mir die Bilder nicht, wegen dem Gemisch aus dämonischem und himmlischen. Das erinnert – wie jemand zu recht sagte – an Tarot-Karten.

Also: Ich hatte eine begründete Abneigung gegen die Bilder. Dazu kam mein Verdacht, dass Karl May seinem Werk verzweifelt eine tiefere Deutung geben wollte – nicht nur mit diesen Bildern, aber eben auch – und ich zeifelte daran, dass das wirklich gerechtfertigt wäre. Ich hielt es für die Idee eines senilen Mannes.

Es änderte sich langsam, als ich begann mich mit Sascha Schneider zu befassen. Ich las im Buch von Otto Hatzing und dann „Winnetou, Abel und ich“ von Josef Winkler.

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Josef Winkler, Winnetou, Abel und ich

Josef Winkler hat ein Buch zu Karl May geschrieben. Der erste Teil ist autobiographisch über seine Kindheit und seine Karl May Lektüre. Im zweiten Teil hat er vier Karl May Bücher auf je wenigen Seiten zusammengefasst: Winnetou I-III und „Weihnacht!“.

img_20181021_164217 Weiterlesen „Josef Winkler, Winnetou, Abel und ich“

Erster Blick auf das Meer

Sei still in Gott, still wie das Meer!
Nur seine Fläche streift der Wind,
und tobt als Sturm er noch so sehr,
wiß, daß die Tiefen ruhig sind.

Sei weit in Gott, weit wie das Meer!
Es wogt nicht bloß am heim’schen Strand,
und wird dir’s auch zu glauben schwer,
wiß, drüben gibt’s doch wieder Land.

Sei tief in Gott, tief wie das Meer!
Nur an der Küste ist es seicht
Siehst du den Grund da rings umher
wiß, daß er immer weiter weicht.

Ja, sei, mein Herz, stets wie das Meer
in Gott so still, so tief, so weit!
Dann schlägt dein Puls in dem Verkehr
Von hier und nach der Ewigkeit. Weiterlesen „Erster Blick auf das Meer“